Platz da!

Die Kommunikationsbranche besetzt wichtige Spielräume der Öffentlichkeit. Nirgends steht geschrieben, dass es dabei bleiben muss. Ein polemisch-pathetischer Brandbrief an die Gegnerinnen.


Liebe Kommunikationsprofis,

wir haben ein Problem und müssen mal grundsätzlich werden. Dass schon vor dem Beginn einer öffentlichen Diskussion mit Euch hohe Kommunikationshürden zu überwinden sind, ist sowohl bezeichnend für Euer Wirken als auch für den alarmierenden Zustand unserer westlich-liberalen Öffentlichkeit.

Eine der vielen Hürden: Ihr seit ein wichtiger Teil des Problems, vor allem der Dysfunktionalität politischer Kommunikation. Wie aber kommen wir in einen schonungslosen Austausch, wenn Ihr qua Tradition, Selbstverständnis und Eigeninteresse darauf geeicht seit, nicht als eigenständige Akteurinnen im gesellschaftlichen Diskurs sondern nur als Dienstleistung, Beratung oder Vermittlung hinter den Kulissen wahrgenommen zu werden? Ihr liefert schon lange nicht mehr nur ein Abbild real existierenden Wahnsinns, Ihr kreiert auch viele Ursachen.

Bitte versteht uns nicht falsch, wir wollen Euch nicht als alleinige Urheberinnen jener Echokammerspiele markieren, welche sich in den medialen Sphären post-aufgeklärter Gesellschaften breit gemacht haben. Während die Repräsentantinnen aus Politik und Journalismus hier und da zumindest versuchen, ein selbstkritisches Problembewusstsein darüber zu entwickeln, dass die üblichen Mechanismen gesamtgesellschaftlicher Kommunikation an buchstäbliche Grenzen – nämlich denen verschiedener Realitätsblasen – stoßen, ist bei Euch allerdings kaum etwas von Reflektion und Innehalten zu entdecken. Schlimmer noch, scheint Euch im Moment niemand in diesem wunderlichen Gebilde, das wir mal Öffentlichkeit nannten, zur Verantwortung ziehen zu wollen.

Dies führt uns zu einer weiteren Hürde: Es ist quasi unmöglich, Euch gezielt zu adressieren. Zu unübersichtlich ist das Konglomerat aus PR- und Werbeagenturen, Beraterinnenfirmen und Kommunikationsdienstleisterinnen, zu müßig erscheint es, den Signalsalat zu durchkämmen, und die Spreu vom Weizen zu trennen. Sieht man sich hier in Deutschland etwa das Portfolio großer Agenturen wie Jung von Matt, Scholz & Friends oder Serviceplan an, dann steht da klassische Produktwerbung neben politischer Kommunikation, Imagekampagne neben Politikberatung – wobei viele Dienstleistungen für Ministerien und andere staatliche Institutionen intransparenter Weise überhaupt nicht aufgeführt werden. Es ist zu einer erschreckenden Selbstverständlichkeit geworden, dass etwa Botschaften zur Haarpflege größtenteils aus den selben Häusern gesendet werden, die auch den Wahlkampf von Parteien betreuen. Eine weitere, riesige Dunkelziffer entsteht durch die vielen, nicht zu Agenturen gehörenden Einzelpersonen, die sich in der Twilight-Zone zwischen Beratung und Lobbyismus bewegen.

Vermutlich wisst Ihr das ja alles schon und lasst es einfach laufen – in der Hoffnung, sich für alle Zeiten ungestört auf einem unübersichtlichen Marktplatz einzurichten. Vielleicht macht es die einen oder anderen unter Euch sogar stolz, erfolgreich unter dem Radar zu werkeln. Aus einer überzeitlichen Perspektive betrachtet, ist dies aber kein Erfolg sondern der Prolog für eine früher oder später spektakulär platzende Blase.

Ihr macht erstmal einfach weiter solange es geht. Warum auch nicht, fragt Ihr? Es würde ja niemand dazu gezwungen, mit Euch zusammenzuarbeiten? Natürlich nicht. Und jetzt weiter in dieser Logik: Es wird auch niemand dazu gezwungen, über eine bessere Welt nachzudenken. Niemand ist dazu verpflichtet, gesellschaftliche und politische Errungenschaften, historische und philosophische Erkenntnisse oder kulturelle Werte zu respektieren und weiterzuentwickeln. Niemand muss über das Entstehen kollektiver Wahrnehmungen und deren Zusammenhang mit der öffentlichen Signalwelt nachdenken. Soweit so banal.

Somit fühlt sich Unsereins auch so frei, bei der Betrachtung der aktuellen Kampagne des Telefonanbieters O2 nicht unverkrampft darüber hinwegzusehen, dass es ja nur Produktwerbung und „natürlich nicht ganz ernst gemeint“ sein kann, wenn dort unbegrenztes Datenvolumen mit solchen und ähnlichen Slogans angepriesen wird: „Freiheit ist, wenn am Ende der Serie noch reichlich Daten vorhanden sind“ oder „Freiheit ist, wenn dein Datenvolumen so groß ist wie eure Liebe“. Es bleibt mehr als nur ein bitterer, aggressiv ahistorischer Nachgeschmack hängen, wenn nicht wirklich auszuschließen ist, dass die selben geistigen Urheberinnen auch beratend oder dienstleistend oder wie auch immer in den Hinterzimmern von Ämtern, Ministerien oder Regierungseinrichtungen sitzen könnten. Wenn wir uns durch die Wording- und Framingmuster politischer Kampagnen wühlen, beschleicht uns jedenfalls mehr als nur eine Ahnung, dass es genauso sein könnte. Dass nämlich Ihr, liebe Phantome des Kommunikationskomplexes, in Permanenz damit befasst seit Begriffe zurückzubilden, Worte zu entseelen und zu beliebig füllbaren Gefäßen zu degradieren. Ob dies nun unfreiwillig oder nicht geschieht, ob es auf blankem Zynismus oder Unbewusstheit beruht, ist hierbei letztlich unerheblich. Es ist Teil eines im Kern antiaufklärerischen und antiintellektuellen Prozesses. Oder könnt ihr uns dahingehend etwa beruhigen? Wahrscheinlich nicht.

Nun aber erstmal weiter in der Bestandsaufnahme. Es ist es kein neues aber ein immer markanter werdendes Phänomen, dass die etablierte Welt der politischen Kommunikation trotz all ihrer über Jahrzehnte gewachsenen Expertisen an eine unsichtbare Mauer stößt. Sie vermag es nicht mehr (oder noch nicht), in die Sphäre kollektiver Erinnerung und gemeinsam geteilter Sehnsüchte, Hoffnungen und Träume vorzustoßen – während es den offenbar vereinten rechtspopulistischen und autokratischen Kräften in Europa und auf der anderen Seite des Atlantiks gelingt, wirkmächtig in ein kollektives Unterbewusstsein vorzustoßen, welches sie allerdings nicht so bezeichnen würden und nur sehr oberflächlich berühren. Jedenfalls ist es ihnen aus vielerlei Gründen einfacher möglich, die gegenwärtigen, medialen Voraussetzungen für ihre Zwecke zu nutzen. Erfolgreiche politische Kommunikation bewegt sich zur Zeit an der Erkenntnis entlang, dass aufgrund dieser Situation ein „postfaktisches“ Medienzeitalter herangebrochen ist. Senderinnen und Adressatinnen bilden über eigene Bezugs- und Zeichensysteme hinaus Realitäten (Echokammern, Blasen), die weniger auf abprüfbaren Fakten, auf Rationalität, als auf exklusiv geteilten Vorstellungen basieren.

Auch das gab es schon früher, nur fehlen mittlerweile die sogenannten Gatekeeperinnen, jene in der Öffentlichkeit als Vermittlerinnen, Expertinnen und Übersetzerinnen angesehene Repräsentantinnen ihrer jeweiligen Blasen. Wer arbeitet nun aber gezielt daran, wieder solche Gatekeeperinnen zu installieren? Ihr jedenfalls offenkundig nicht. Und deshalb solltet Ihr – letztendlich auch im eigenen Interesse – mal etwas Platz machen. Werdet Ihr natürlich nicht. Jedoch, was ohne höhere Legitimation besetzt wurde, kann ja nochmal besetzt werden – wenigstens in Teilen. Wir arbeiten dran.

Die Kommunikationsarbeit, nicht nur in der deutschen Politiklandschaft gründet schon seit langem auf der wiederholten, völligen Unterschätzung der Instinkte der Adressatinnen. Unter anderem deren Identifizierung einer Botschaft als Kommunikationsprodukt einer kleinen Gruppe, das instinktive Wissen darum, dass all diejenigen, die täglich in den verschiedenen Bereichen oder Abteilungen der zu bewerbenden Partei oder Institution arbeiten, nicht in den Prozess der Vermittlung einbezogen sind, führt zu einer generellen Entfremdung. Die Sozialen Medien können diesen Missstand nicht kompensieren. Im Gegenteil, sie beschleunigen durch ihre Kontext- und Maßlosigkeit nur die Vertiefung der Gräben zwischen Gruppen, Schichten und Milieus.

Im Kommunikationsdschungel aus profanen und schein-progressiven Botschaften, Worten, Richtungen und Widersprüchen der deutschen Politiklandschaft haben sich auch jene Akteurinnen verloren, die sich einst zusammenfanden, um kollektiven Sehnsüchten und Hoffnungen auf eine „bessere Welt“ den Boden zu bereiten. Während das seelische Bedürfnis der Wählerinnenschaft nach tiefer, wahrhaftiger und aufrichtiger Ansprache verkümmert, hält man sich mit unbedeutenden Grabenkämpfen, und nichtigen Konflikten auf. Der gesellschaftliche Fortschritt hinkt dem technischen Fortschritt hinterher – wobei die eingefahrenen Gewohnheitsmächte, also die wirtschaftlich motivierten Akteurinnen, die sich für Institutionen halten, als Fußfesseln fungieren.

Und hier kommt Ihr schon wieder ins Spiel. Denn diese Aushöhlung der ursprünglichen Berufung setzt sich auch in Eurem viel zu wenig als Urheberschaft und Interessenvereinigung wahrgenommenen Bereich der Kommunikationsagenturen und Beraterinnen fort – eine Branche, die sowohl in der wirtschaftlichen als auch in der politischen Öffentlichkeitsarbeit den Ton setzt und das Narrativ bestimmt: eine konservativ-liberal-sozialdemokratisch-grüne Suppe, die je nach Meinungstrend umgewürzt und wiederverdaut werden kann. Da sind die Politikerinnen und die Medien doch selbst dran schuld, meint Ihr? Mag sein, dann schließt sich allerdings um so dringlicher die Frage an, warum es dann noch Euch braucht. Um diesen Zustand zu verstetigen und auf professionelle Weise im kollektiven Bewusstsein zu verankern? So gesehen: Hut ab, Ihr habt’s geschafft!

Häufig stellt Ihr in Eurer eigenen Außendarstellung extra heraus, wie sehr Ihr interdisziplinäres Um-die-Ecke-Denken schätzt. Nur leider sieht man oft das Wort vor lauter Worten nicht mehr. Zu gerne werft Ihr bewährte, bestimmte Assoziationen auslösende Schlagworte in den Textmixer. Wonach dann sinnbefreite Sätze entstehen, in denen von „kreativer Innovation, die alle verbindet“ die Rede ist, von der „Leidenschaft, faszinierende Marken aufzubauen und zu coachen“, oder in der politischen Kommunikation von einem „Wir“, das zähle gesprochen wird.

Inflationär gebraucht Ihr auch die Worte „Vision“ und/oder „Philosophie“ – um das Fehlen ebendieser, vermeintlich zu komplexer, eigentlich unter solche Begrifflichkeiten fallender Inhalte zu kompensieren? Dies heißt nicht, dass Eure Autorinnen fern von jeder Weisheit seien oder deren angehäuftes Fachwissen keinen Wert darstelle. Es wirft nur eben ein Schlaglicht auf die offenbare Entfremdung einer Branche gegenüber ihren wichtigsten Arbeitsmitteln; in diesem Fall den Worten, deren viel gewichtigere, eigentliche Bedeutungs- und Gefühlsebenen abgeschnitten und von dünneren, formbareren Simulationen derselben abgelöst werden. Immanuel Kants aus seiner Metaphysik der Sitten entnommenes Bonmot lässt sich sehr gut auf diesen Umstand beziehen:

„Wer sich zum Wurm macht, kann nachher nicht klagen, wenn er mit Füßen getreten wird.“

Also treten wir Euch mal ein bisschen. Mit ein wenig Abstand betrachtet – unter Zuhilfenahme fachfremder Kompetenzen und Zugänge – lässt sich vorhersagen, dass Euer Unterfangen an natürliche Grenzen stoßen wird, nämlich die der alteingesessenen Wahrhaftigkeit, der Glaubwürdigkeit und der Aufrichtigkeit; Worte, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen aber höchstwahrscheinlich kurz vor einem überwältigenden Comeback stehen.

Die Macht der Gewohnheit, das Gesetz der Trägheit: Diese Faktoren sind noch zu mächtig, um einen Umsturz der geistigen Standards innerhalb der Kommunikationsbranche zu erlauben. Noch herrscht bei Euch das epische Missverständnis, die herangezogene Empirik zu Adressatinnen und Zielgruppen würde eine tiefere, metaphysische Verankerung der Messages ausschließen. Hier hinkt Ihr jedoch eindeutig hinterher. Der Blick auf andere Gesellschaftsbereiche lehrt: Wenn professionelle Kommunikation tiefere Sehnsüchte, Wünsche und Hoffnungen anklingen lässt und mit glaubhafter Wahrhaftigkeit verbunden wird, trifft diese nicht nur auf Resonanz sondern auf echte Zuneigung.

Ihr als Zunft, die sich in Ihrer Selbstdarstellung gerne als Player darstellt, die „über den Tellerrand blicken“ und zu „neuen Ufern aufbrechen“ könnten, führt solche Aussagen durch Eure eigene Arbeitsweise wieder ad absurdum. So seit Ihr wieder in Euch selbst zersplittert. Man schaue nur auf die vielen, immer zahlreicher werdenden Stellenbezeichnungen. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Die Unterabteilungen erscheinen exklusiv und werden in ihrer Wertigkeit erhöht, nicht zuletzt können sie als Einzelleistungen abgerechnet werden. Die Zersplitterung folgt also einer leicht zu durchschauenden Verwertungslogik. Nichts gegen Verwertung und noch weniger gegen Logik. Allerdings profitiert in dieser Kette nicht zwangsläufig die Auftraggeberin. Und – ganzheitlich und nachhaltig betrachtet – auch nicht die Anbieterin, eigentlich sogar niemand.

Das Herzstück einer neuen Art von Öffentlichkeitsarbeit läge in der Erkenntnis, dass die Qualität jeglicher professioneller Kommunikation Bedingungen unterworfen ist, die meist nicht in Verbindung damit gebracht werden. Eine Imagkampagne etwa, die den Landesverband einer Partei in seiner Gesamtheit darstellen soll, kann ungleich viel mehr Wirkung entfalten, wenn die Kommunikation nach außen in einer Wechselwirkung mit Kommunikation nach innen steht. Man nennt diesen Vorgang übrigens auch Politik. Vielleicht wird nun klarer, worauf wir hinauswollen? Ja, genau, Ihr habt an diesen Orten eigentlich überhaupt nichts zu suchen, da Euch die Legitimation hierfür fehlt. Dennoch wildert Ihr ohne Unterlass dort herum. Obendrein überlässt man Euch selbst seitens seriöser, politischer Repräsentantinnen ständig öffentliche Wirkungsfelder. Würden diese auch anderen, zivilgesellschaftlichen Kräften überlassen, könnte sich im Hinblick auf Meinungsbildung und gesellschaftliche Rückbestätigung eine interessante Dynamik entwickeln. Man müsste dabei freilich aushalten, dass hierfür professionelle Standards der Kommunikationsbranche zum Opfer fielen. Schön wär´s!

Wenn nun in einer Botschaft die Ahnung von einer großen Gemeinschaft mitgeliefert wird, wenn sich hierüber Zugänge zu einem kollektiven, zeitlosen Unterbewusstsein eröffnen, das sich unter einer Schicht aus höchst vergänglichen Datenströmen verbirgt; wenn also Herstellerinnen, Überbringerinnen und Adressatinnen als großes Ganzes verinnerlicht werden, das mehr darstellt als die Summe seiner Teile, dann können Wechselwirkungen unerhörten Ausmaßes entstehen. Man würde nicht nur eine ganz und gar nicht konstruierte Sphäre anzapfen, sondern alle Beteiligten dieser umfangreichen, im schönsten Sinne crossmedialen Korrespondenz wahrhaftig ernst nehmen. Eine Uraufgabe der Politik, ein ungenutztes Brachland. Es kämen noch weitere, sich selbst verstärkende Synergieeffekte zustande, die vormalige Phrasen in realitätsgetreue Beschreibungen der waltenden Prozesse verwandeln würden: erst dann betriebe man innovative Kommunikation und Visionsmanagement. Dies ist aber nicht Eure, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hier wie auch woanders kann die Kunst – etwa mit Mitteln des Theaters – eine alternative Kommunikationswelt entwickeln, vorführen und, in dieser interdisziplinären und synergiesuchenden Wunschwelt durch die Hilfe bestimmter Gatekeeperinnen in der Realität installieren. Es geht um radikal-konstruktive Utopiearbeit. Und die braucht eben Platz, den Ihr zustellt!

Der Politikwissenschaftler Jan-Peter Müller schrieb mit Blick auf den noch rapider als in Deutschland voranschreitendenden Strukturwandel der Öffentlichkeit, dass Widerstand und Ziviler Ungehorsam lange zeit als philosophisch geebneter Königsweg galt, „um Bürger auf Verletzungen kollektiv geteilter politischer Prinzipien aufmerksam zu machen und – im Idealfall – Mehrheiten zum Umdenken zu bewegen.“ Man brauche eigentlich gar nicht nach dem Begriff Widerstand greifen, der immer gleich im Verdacht stehe, der moralischen Selbstheroisierung zu dienen und falsche historische Parallelen zu suggerieren.

In diesem Sinne stehen wir als selbsterklärte Türöffnerinnen nun Euch als sich selbsterklärende Türschließerinnen gegenüber und kündigen Widerstand an. Da wir es bei Euch mit einem eigenartigem, kaum legitimiertem aber dennoch mit öffentlicher Wirkmacht ausgestattetem Machtkartell zu tun haben, kann sich die Form und die Mittel dieses Widerstands jedoch nicht auf passende historische Beispiele stützen. Im Wording und Framing bedeutet dies allerdings trotzdem, eine zeitlose Perspektive einzunehmen, in eine metaphysische Korrespondenz mit den Toten, den Lebenden und den Noch-Nicht-Geborenen einzutreten. Es ist die Aufgabe neuer, in der Zivilgesellschaft entstehender Kommunikationskunst, die von Euch geschredderten Worte und Begriffe wieder mit Inspiration zu füllen. Hieran knüpft sich unser vitales, künstlerisches Interesse, Zugänge zu einem kollektiven Unterbewusstsein zu schaffen – zu einer Sphäre also, in der im Gegensatz zum Freud´schen Bewusstseinsbegriff den Mitmenschen und einer zeitlosen Gemeinschaft ebenso viel Bedeutung zukommt wie individuellen Sehnsüchten, Hoffnungen und Träumen. Unter medialem Grundrauschen werden kollektive Hoffnungen, Sehnsüchte und Träume aber vergraben. Wir wollen dagegen laut träumen! Die Voraussetzungen hierfür sind bis jetzt jedoch nur im bedingungsarmen Kunstraum gegeben. Ihr steht uns allen, also auch Euch im Weg.

Deshalb noch einmal: Platz da!

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