Invasive Wirtschafts-Akupunktur


Die Invasive Wirtschafts-Akupunktur (lateinisch invadere = „einfallen, eindringen“, acus = Nadel, punctio = das Stechen) ist eine Behandlungsmethode der zivilen Vernunftmedizin, bei der eine therapeutische Wirkung durch öffentliche Nadelstiche an bestimmten Social-Media-Punkten eines Unternehmens erzielt werden soll. Bei der neuartigen Form der Invasiven Akupunktur wird von einer „Sozialen Verantwortung des Unternehmens“ ausgegangen, die auf definierten moralischen Leitwerten beziehungsweise ethischen Meridianen zirkuliert und einen steuernden Einfluss auf alle wirtschaftlichen Funktionen haben soll. Ein gestörter Energiefluss wird für ökologische und gesellschaftliche Erkrankungen verantwortlich gemacht. Durch Stiche in auf den Meridianen liegende Social-Media-Punkte soll die Störung behoben werden.

Durchführung


Während einer Sitzung werden von einer breiten Öffentlichkeit wiederholt so viele soziale Netzwerkpunkte des zu behandelnden Unternehmens wie möglich gestochen. Manche Autorinnen geben eine Minimalzahl von 100 an, die aber in Einzelfällen um das Tausendfache überstiegen werden kann.

Nebenwirkungen


Im Allgemeinen treten bei sachgemäßer Handhabung der Invasiven Akupunktur, vor dem Einsetzen einer positiven Wirkung bzw. Veränderung, folgende Nebenwirkungen bei den Patientinnen auf: Öffentliche Gereiztheit. Presseentzündungen. Imagehämatome. Es wird empfohlen die Akupunktursitzung so lange fortzusetzen, bis eine vollständige Widerherstellung der Sozialen Verantwortung des zu behandelnden Unternehmens erfolgt ist.

Abgrenzung zur Shitstorm-Methode


Unternehmen die an fehlender Sozialer Verantwortung leiden, müssen sich hin und wieder einer kurzen und heftigen Shitstorm-Anwendung aussetzen. Diese auch als Sturm der Entrüstung bekannte Methode geht mit beleidigenden, aggresiven und bedrohenden Äußerungen einher und führt in der Regel zu keiner langfristigen Genesung. Sowohl von den Therapeutinnen als auch von den Therapierenden wird die Anwendung sehr schnell vergessen. Die Invasive Akupunktur setzt auf eine langsamere, aber stätige Zersetzung der Krankheitssymptome. Dabei werden die Patientinnen einer zermürbenden und nervigen, weil sachlichen, Prozedur unterworfen. Über die dauerhafte Stimulation wechselnder Social-Media-Punkte werden die Selbstheilungskräfte der erkrankten Unternehmen langfristig aktiviert. Verbunden mit öffentlichen Druckmassagen gelangen die Patientinnen zu der Selbstererkenntnis, das ein Wirtschaftskörper ohne Soziale Verantwortung in der heutigen Zeit nicht mehr überlebensfähig ist.

Das Mücken-Paradoxon


Kritikerinnen bemängeln an der Therapie-Methode die nicht nachweisbare Wirkung der Kosumentinnen bzw. der Öffentlichkeit auf die zu behandelnden Unternehmen. Niemand könne den (Gesundheits-) Zustand der Welt ändern, so die offizielle Meinung des Fachverbands für kollektive Entmutigung. Multinationale Konzerne verfügten über zu große und zu mächtige Wirtschaftskörper, um die winzigen zivilen Nadelstiche zu spüren. Der öffentlich ausgetragene Streit mit den Fürsprecherinnen der Methode ist auch als Das Mücken-Paradoxon bekannt geworden. Hierbei argumentieren die Fürsprecherinnen mit der Sichtweise des Dalai Lama, die der Fachverband für kollektive Entmutigung bis heute nicht widerlegen konnte: „Du glaubst, dass Du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.“

Klinische Studie mit kik, H&M und Deutsche Bank


Bevor die Invasive Wirtschaft-Akupunktur als kollektives Mittel zur Widerherstellung der Sozialen Verantwortung zugelassen wird, muss die Methode zuerst erfolgreich mehrere klinische Studien durchlaufen, in denen eine öffentliche Anwendung bei erkrankten Unternehmen vollzogen wird. Die ersten freiwilligen Probandinnen sind kik, Deutsche Bank und H&M. Die Wirksamkeit der Methode hängt allerdings stark von der Anzahl der beteiligten Akupunkteurinnen ab.

Aktuell in Behandlung


Als erste Patientin hat sich kik – Der Textildiskont angemeldet.

Heilen durch Teilen


[TheChamp-Sharing]